Zecken beim Hund: Darum ist frühzeitiger Zeckenschutz so wichtig

21. April 2022

Kaum werden die Tage endlich wieder länger und wärmer, beginnt auch schon die Zeckenzeit. Die ungebetenen Gäste erfordern nach dem Spazieren gehen nicht nur eine gründliche Fellkontrolle, sondern einige Maßnahmen sollten auch schon prophylaktisch vorgenommen werden. In Deutschland sind vor allem der Gemeine Holzbock, die Auwaldzecke sowie die Braune Hundezecke eine Gefahr für unsere Vierbeinerfreunde, denn sie bringen leider oftmals gefährliche Krankheiten mit sich.
Übrigens: Wusstest Du, dass, obwohl wir immer von einem Zeckenbiss sprechen, strenggenommen, die Zecke den Hund sticht?!


Wo lauert die Zecke?

 
Zecken leben insbesondere dort, wo es grün und feucht ist: im hohen Gras, in kleinen Sträuchern, in Gebüschen, im Wald und im Unterholz. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen Feld, Stadtpark, Schrebergarten, Fußballplatz oder dem heimischen Garten. Bevorzugt mögen sie zudem Regentage im Sommer. Zecken nehmen wahr, wenn sich ihnen ein anderes Lebewesen nähert; sie halten sich erstmal im Fell fest und krabbeln später an einen für sie geschützten Ort. Dort verweilen sie dann, um zu stechen und können dabei, im schlimmsten Fall, unschöne Krankheiten übertragen.
 
 

Die Wohlfühltemperaturen von Zecken

 
Zecken sind vor allen bei milden und sommerlichen Temperaturen aktiv. Aber schon ab einer Außentemperatur von etwa sechs bis sieben Grad Celsius können Zecken zu einer Gefahr werden. Von Februar bis November solltest Du über einen passenden Zeckenschutz für Deine Fellnase nachdenken – also falls du es noch nicht getan hast, es wird höchste Zeit dafür! Sicher wird Dich Dein Tierarzt gerne beraten, welches Mittel am besten für Deinen Hund geeignet ist. Von verschiedenen Hausmitteln über Spot-On-Präparate bis zu Tabletten gibt es hier verschiedene Lösungen.
 
 

Dort fühlen sich Zecken beim Hund besonders wohl 

 

Zecken können es sich überall am Körper Deines Hundes gemütlich machen, aber besonders gern mögen sie die Achselhöhlen oder den Platz zwischen den Hinterbeinen. Bei langhaarigen Hunden ist die Stelle eigentlich schon fast egal, daher solltest Du folgende Körperstellen beim Absuchen besonders berücksichtigen:
 

  • Ohren (auch die Innenseiten!)
  • Kopf (auch die Schnauze sorgsam kontrollieren!)
  • Achseln
  • Leistengegend
  • Genitalbereich
  • Pfoten
 

Zecken beim Hund richtig entfernen

 
Wenn Du nach dem Spazieren gehen eine Zecke entdeckt, solltest Du diese schnellstmöglich von Deinem Hund, und natürlich auch von dir selbst entfernen. Es dauert meistens einige Stunden, bis Krankheitserreger von der Zecke auf den Hund übertragen werden. Je länger die Zecke in der Haut des Hundes sitzt, umso höher ist das Risiko, dass sich Krankheitserreger, mit denen die Zecke infiziert ist, auf Deinen Hund übertragen. Benutze idealerweise eine Zeckenzange oder Zeckenkarte, um die Zecke ganzheitlich entfernen zu können. Zieh die Zecke behutsam aus der Haut und vermeide dabei ein Drücken oder Quetschen.
 
 

Diese Krankheiten kann eine Zecke übertragen

 
Wird die Zecke nicht schnell genug und sauber entfernt, kann sie durch den Saugakt leider verschiedene Krankheiten übertragen. Gerade bei Hunden aus dem Ausland, auch bedingt durch das wärmere Klima, spielen Vektorkrankheiten – also die Krankheiten, die durch Parasiten übertragen werden – auch in Deutschland eine zunehmend große Rolle.
 

Zu den häufigsten Vektorkrankheiten von Zecken beim Hund zählen:


  • Babesiose
  • Borreliose
  • Ehrlichiose
  • Anaplasmose
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
 
Ist eine Zecke frei von Krankheitserregern, so kann der Zeckenstich auch harmlos für Deinen Hund sein. Die Zecke sollte aber in jedem Fall schnellstmöglich entfernt werden.
 
 

Babesiose

Babesiose, auch Hundemalaria genannt, wird durch kleine, einzellige Parasiten verursacht und von der Auwaldzecke übertragen. Babesiose kommt eigentlich vorrangig im Mittelmeerraum vor; Durch das wärmere Klima und den zugenommenen Hundetransport aus dem Ausland tritt jedoch auch bei uns in Deutschland diese Krankheit immer häufiger auf. Die Angaben zur Übertragungszeit variieren; teilweise geht man davon aus, dass es nur vier bis sechs Stunden dauert, bis hin zu 24 bis 48 Stunden. Im akuten Verlauf kann Babesiose lebensgefährlich für Deinen Hund sein, denn die Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen. Folgeschädigungen des zentralen Nervensystems, Bewegungsstörungen und epileptische Anfälle können letztendlich den Tod bedeuten.
 
Symptome einer Babesiose:
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Mattsein
  • Hohes Fieber
  • Blasse Schleimhäute
  • Bräunlich oder rötlich verfärbter Urin
 
Solltest Du die Erkrankung an Babesiose vermuten, nimm umgehend Kontakt zu Deinem Tierarzt auf. 
 
 

Borreliose

Die sog. Borrelien sind spiralförmige Bakterien und lösen die Krankheit Borreliose aus. Übertragen wird sie von der häufigsten Zeckenart in Deutschland, dem Gemeinen Holzbock. Er ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern die am meisten verbreitete Zeckenart. Wie hoch das Risiko der Übertragung ist, variiert je nach Region: In manchen Regionen tragen besonders viele Zecken Erreger in sich, in anderen Regionen ist das Risiko geringer. Wurde Dein Hund von einer Zecke gestochen, die den Erreger in sich trägt, breiten sich die Borreliose-Bakterien langsam im Körper aus. Bis es zur Übertragung der Bakterien auf Deinen Hund kommt, müssen die Zecken ca. 16 bis 24 Stunden Blut saugen.
 
Symptome einer Borreliose:
  • Abgeschlagenheit
  • Mattsein
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Wechselnde Lahmheiten in den Beinen
 
Schon nach wenigen Tagen oder auch erst nach einigen Wochen können Symptome bei Deinem Hund auftreten. Zunächst handelt es sich um leichte Symptome, im späteren Verlauf können schwere Gelenkschmerzen hinzukommen. Solltest Du Symptome einer Borreliose bei Deinem Hund wahrnehmen, nimm umgehend Kontakt zu Deinem Tierarzt auf. 
 
 

Ehrlichiose

Ehrlichiose, oder auch Zeckenfieber genannt, wird durch die Braune Hundezecke übertragen und durch das Bakterium Ehrlichia Canis ausgelöst. Diese Zeckenart ist vor allem im Mittelmeerraum weit verbreitet, hat in den letzten Jahren aber auch verstärkt Einzug in Deutschland gefunden – vermutlich von Reisenden als Mitbringsel aus dem Süden mitgebracht. Auch hier befällt das Bakterium bestimmte weiße Blutzellen und kann so Schäden an Blutgefäßen zur Folge haben. Bis zur Übertragung der Krankheit auf den Hund dauert es meist nur drei Stunden nach dem Zeckenstich.
 
Symptome einer Ehrlichiose:
  • Nasenbluten
  • Punktuelle Blutungen im Maul
  • Lymphknotenschwellungen
  • Schwäche und Teilnahmelosigkeit
  • Fieber
 
Zeigt Dein Hund einige dieser unspezifischen Symptome, solltest Du umgehend Deinen Tierarzt aufsuchen.
 
 

Anaplasmose

Anaplasmose wird vom Gemeinen Holzblock auf Hunde übertragen und durch Bakterien der Gattung Anaplasma verursacht. Das Bakterium vermehrt sich in den Blutzellen und zerstört diese. Auch hier sind die Angaben zur Übertragung von Anaplasmose sehr unterschiedlich: von vier bis sechs Stunden bis zu 24 bis 48 Stunden. Manche Hunde tragen Anaplasmen in sich und zeigen keine Symptome. Sie sind also symptomlose Träger.
 
Symptome einer Anaplasmose:
  • Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Erbrechen und Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Blutungen
  • Lahmheit, Krämpfe
 
Zeigt Dein Hund einige dieser unspezifischen Symptome, solltest Du umgehend Deinen Tierarzt aufsuchen.
 
 

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist nicht nur eine Krankheit an dem Menschen, sondern auch Hunde erkranken können – meistens aber nur die, die an einem geschwächten Immunsystem oder anderen Vorerkrankungen bereits leiden. Übertragen werden die sog. Aboviren vom Gemeinen Holzbock und anders als bei Borreliose oder Anaplasmose reicht bei FSME schon der Zeckenstich an sich. Ein schnelles Entfernen schützt hier somit leider nicht vor der Erkrankung. Meistens dauert es bis zu zehn Tage, bis die ersten Anzeichen wahrnehmbar sind. 
 
Symptome bei FSME:
  • Schielen oder verengte Pupillen
  • Lähmungen oder Gangstörungen
  • Krampfanfälle
  • Verhaltensauffälligkeiten, z.B. Aggressivität
  • Hohes Fieber
 
FSME ist eine eher seltene, aber dafür lebensgefährliche Krankheit für Hunde. Eine schnelle Behandlung ist deswegen besonders wichtig. Solltest Du die Vermutung haben, dass Dein Hund davon betroffen ist, solltest Du umgehend den Tierarzt aufsuchen.
 

Der richtige Zeckenschutz: Was kann ich tun, damit es gar nicht erst so weit kommt?

 
Für unsere Vierbeinerfreunde gibt es unterschiedliche Varianten an Zeckenmitteln, so dass sich für jeden Hund das richtige Mittel findet:
 
  1. Spot-On Präparate: Spot-Ons enthalten eine Flüssigkeit, die Du Deinem Hund in den Nacken träufelst. Der Wirkstoff variiert von seiner Haltbarkeit, also prüfe am besten in der Gebrauchsanweisung, wann Du das Produkt erneut auftragen solltest. 
  2. Chemische und natürliche Halsbänder: Diese Halsbänder sollen sechs bis acht Monate wirken und verhindern, dass sich Flöhe und auch Zecken überhaupt am Hund festhalten können. Bei chemischen Zeckenhalsbändern kommen meistens Nervengifte zum Einsatz, welche sich in kleinen Dosen auf die Haut des Hundes verteilen und dort nur für Flöhe, Zecken und Insekten giftig sind. Bei der natürlichen Variante wird auf ätherische Öle, Mikroorganismen und Bernsteine zurückgegriffen, dessen Wirksamkeit im Allgemeinen diskutiert bleibt.
  3. Tabletten: Tabletten haben keine repellente Wirkung und wirken somit erst nach dem Beißen der Zecke. Sie haben eine sofortige und anhaltende abtötende Wirkung gegenüber Zecken und Flöhen. Vor allem halten sie die ungebetenen Gäste nicht davon ab vom Tier zum Menschen überzuspringen. 
 
Prophylaxe ist beim Thema Zecken das Zauberwort – wir wünschen euch eine schöne und gesunde Frühlings- und Sommerzeit!
 
 
 

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