Erste Hilfe beim Hund

28. Oktober 2021

Ein Notfall beim eigenen Hund oder auch bei einer fremden Fellnase kann jederzeit eintreten und bringt uns Hundehalter plötzlich in eine Ausnahmesituation. Wichtig ist daher zu wissen, wie Du Erste Hilfe leisten und Deinen Vierbeiner unterstützen kannst.
Hast Du schon mal darüber nachgedacht einen Erste-Hilfe-Kurs für Deinen Hund zu absolvieren? Viele Tierärzte, Tierrettungsorganisationen oder Tierschutzvereine bieten solche Kurse an und geben professionelle Anleitung und praktische Hilfestellungen für die wichtigsten Handgriffe der Erstversorgung. Typischerweise passieren Unfälle oder treten Krankheitsbeschwerden immer genau dann auf, wenn gerade der vertraute Tierarzt seine Praxis schließt, am Wochenende, an Feiertagen oder in der Nacht. Als Erstes gilt: Ruhe bewahren. Aber was dann?


Was tun, wenn mein Hund erste Hilfe benötigt?


  • Nummer vom nächstgelegenen Tierarzt anrufen
  • Ruhe bewahre
  • Hund mit einer Leine sichern (sofern notwendig)
  • Eigensicherung mit einer Maulschlinge (wenn der Hund ansprechbar ist und kein Erbrechen besteht)
  • Beruhigend auf den Hund einwirken

Sobald Du diese ersten Maßnahmen ergriffen hast, kannst Du Dich als Nächstes der Ersten Hilfe widmen. Untersuche Deine Fellnase vorsichtig und versuche seinen Zustand zu verstehen und zu beurteilen. Was fehlt ihm gerade? Um das einzuschätzen, können Dir die folgenden Vitalparameter helfen:

  • Körpertemperatur: Die Temperatur steigt oder fällt plötzlich stark ab.
  • Herzfrequenz: Die Herzfrequenz steigt oder fällt.
  • Atemfrequenz: Die Atemfrequenz verlangsamt oder beschleunigt sich merklich.
  • Maulschleimhaut: Die Schleimhäute verfärben sich oder bekommen Musterungen.
  • Hautelastizität: Die Haut wird starr und es lässt sich eine starke Austrocknung erahnen.
  • Bewusstsein / Ansprechbarkeit: Dein Hund wirkt verwirrt, apathisch oder ist bewusstlos.
  • Trinkwasserbedarf: Deine Fellnase trinkt plötzlich nicht mehr und verweigert die Wasseraufnahme.

Im Alltag können viele Gefahren lauern


Unsere Vierbeinerfreunde huschen nicht selten als lebendiger Staubsauger durch die Wohnung oder über den Gehweg: Alles wird inspiziert, beschnuppert und auch mal probiert. Da können giftige Lebensmittel und Pflanzen, Gefahrenstoffe in Haus und Garten oder Giftköder schnell aufgenommen werden, ohne, dass Du es unbedingt bemerkst. Wenn Du die Aufnahme direkt beobachtest, rufe sofort einen Tierarzt an und bespreche mit ihm das weitere Vorgehen. Dein nächster Weg sollte Dich sofort zu ihm führen.

Vergiftung


Bei einer vermuteten Vergiftung oder Fremdkörperaufnahme wird Dein Hund zunächst wahrscheinlich mit Erbrechen reagieren. Daher solltest Du in keinem Fall eine Maulschlinge anlegen, da sonst die Gefahr einer Erstickung am Erbrochenen besteht. Falls Du noch Reste des Giftes findest oder Du die Verpackung noch hast, solltest Du alles einpacken und mit zum Tierarzt nehmen. Gleiches gilt für das Erbrochene. All das kann am Ende Aufschluss über die Art der Vergiftung geben und Dein Tierarzt kann nächste Handlungsempfehlungen ableiten. Bring Deinen Vierbeiner auf jeden Fall nicht selbst zum Erbrechen. 
Auf dem Weg zum Tierarzt kannst Du Deinen Hund bei Bedarf mit einer Decke warmhalten und vorsichtshalber sicherstellen, dass er sich auch im Falle eines Krampfes/von Krämpfen nicht selbst verletzen kann. Bewahre Ruhe und rege ihn nicht zusätzlich auf.

Fremdkörperaufnahme


Gerade Welpen und Junghunde knabbern gerne mal Dinge an, nehmen gefühlt alles ins Maul und kauen drauf herum. Gefährlich wird es, wenn dann etwas verschluckt wird. Wenn Du die Aufnahme beobachtet hast, fahre auf direktem Weg zum Tierarzt. Dieser wird dann entscheiden, ob es helfen kann, dass Dein Hund sich erbricht oder ob eine Magenoperation notwendig ist. Gerade beim Erbrechen von Fremdkörpern besteht die Gefahr, dass die Speiseröhre oder Luftröhre in Mitleidenschaft gezogen oder gar verletzt werden.

Pfählungsverletzungen, Frakturen oder Brüche


Beim Spazierengehen und beim Toben kann so einiges passieren. Eine Pfählungsverletzten oder ein Bruch kann sich Deine Fellnase manchmal schneller zuziehen als gedacht. Versuche Deinen Vierbeiner zunächst zu beruhigen, an die Leine zu nehmen und schau dir die Verletzung in Ruhe an. Du solltest auf keinen Fall einen Fremdkörper selbstständig entfernen. Du kannst die Verletzung provisorisch verbinden oder mit einer sauberen Tüte abdecken. Das auffälligste Symptom von einem Bruch ist beispielsweise eine massive Lahmheit mit totaler Entlastung des verletzten Beines. 
Wenn Du Deinen Hund zum Auto tragen solltest, achte darauf, dass die verletzten Gliedmaßen von dir wegzeigen und sie locker runterhängen können oder hilf ihm mit provisorischen Hilfsmitteln, dass er das verletzte Körperteil möglichst wenig benutzen muss. Sollte Dein Hund einen Schock erleiden, kann die stabile Seitenlage und eine Thermodecke helfen. Auch hier führt kein Weg am Tierarzt vorbei.

Wunden


Wenn sich Deine Fellnase eine Wunde zuzieht, bewahre zunächst Ruhe. Leine ihn an und schaue dir die Verletzung an. Decke die Wunde mit einer sterilen Wundauflage ab und mache einen Verband. Verzichte dabei auf Salben und suche nach der Erstversorgung einen Tierarzt auf, damit dieser die Wunde versorgen kann und am Ende ein möglichst geringes Infektionsrisiko zurückbleibt. Je nach Wunde und Stelle hilft ein Druckverband, eine Stauschlinge, ein Pfoten-, Schwanz-, Ohr und Kopfverband oder eine Schiene.

Erste Hilfe rettet Hundeleben


Generell gilt: bei akuter Lebensgefahr kann die Erste Hilfe, wie bei uns Menschen, Leben retten. Die Erstversorgung kann auch bei kleinen Wunden große Auswirkung auf die weitere Wundheilung haben. Der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses sowie das Einüben von Maßnahmen, wie etwa dem Anlegen eines Druckverbandes oder der stabilen Seitenlage beim gesunden Hund, sind für jeden Hundehalter absolut empfehlenswert. Darüber hinaus ist auch ein Erste-Hilfe-Set sowie eine kleine Hausapotheke für Deinen Hund eine gute Investition.

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